Mittwoch, 12. Juli 2017

Reisen mit Kind

Seit ein paar Tagen sind Pieps und ich im Urlaub bei meinen Eltern. All die, die uns auf instagram folgen, wissen das natürlich schon längst, schließlich habe ich in den letzten Wochen ständig Bilder von irgendwelchen Kleidungsstücken während des Nähens gezeigt und immer erzählt, dass die Tragebilder dann im Urlaub im Norden entstehen werden. Naja und jetzt regnet es hier und das Kind trägt die einzigen gekauften Klamotten, die sie hat- die sind nämlich langärmlig. 

Deshalb dachte ich mir, anstatt Euch hier so auf dem trockenen sitzen zu lassen, erzähle ich Euch einfach, wie wir die Fahrt hierher überstanden haben:


Das hier ist ja nicht mein erster Heimaturlaub allein mit Kind, weshalb ich schon ziemlich genau wusste, wie die Reise ablaufen würde. Pieps und ich sind mit der Bahn gefahren und haben folgendes eingepackt:


a) "Richtiges Essen"
... und das reichlich. Denn meine Kleine kann immer und überall essen und ist damit auch so gut wie immer glücklich zu bekommen. Deshalb habe ich uns Gurken geschnippelt, Himbeeren gekauft, Aprikosen und Äpfel eingepackt und Brötchen belegt. Natürlich haben wir das nicht alles verdrückt, aber so hatte meine Kleine immer eine Auswahl- und ich auch. Denn auch ich kann auf Reisen ohne Unterlass futtern. Achja, unser selbstgemachtes Fruchtleder war natürlich auch wieder dabei, aber ohne das gehen wir ja eh nicht mehr aus dem Haus. 

b) Leckereien
Über Süßigkeiten bei Kindern kann man natürlich diskutieren- möchte ich aber nicht. Meine Kleine darf durchaus ab und zu mal naschen. Warum, wieso, weshalb, wieviel und wann- das ist so ein großes Thema und würde hier komplett den Rahmen sprengen. Ich habe uns jedenfalls ein paar Leckereien eingepackt. Die Smarties hat sie sich alleine ausgesucht und ich fand die Idee super, denn die Packung kann man suer wieder verschließen. Diese Kringeldinger aus weißer Schokolade waren für mich. Die Salzstangen hatte ich dabei, falls die Brote nicht reichen und wir Hunger auf etwas salziges haben und der Quetschie war für den Fall da, dass der Obsthunger den Obstvorrat übersteigt. 

Auch hier ist das Meiste nicht in unseren Bäuchen gelandet. Die Salzstangen und der Quetschie zum Beispiel sind sogar noch verschlossen, was super praktisch ist, denn so haben wir gleich etwas im Haus für einen unserer nächsten Ausflüge.

c) Trinken
Bevor meine Pieps da war, habe ich auf Zugfahren, egal wie lang sie waren, gar nichts getrunken. Denn wer nichts trinkt, muss auch nicht auf Toilette und kann sich so die Zugklos ersparen. Schlau, oder?
Nein, natürlich nicht schlau!!! Sogar richtig, richtig blöd. Denn zum Ende der Fahrt war ich dann meistens müde, gereizt und hatte Kopfschmerzen. Seit meine Kleine da ist habe ich eine Vorbildfunktion zu erfüllen und nehme mir immer auch etwas trinkbares mit. Und nicht nur Wasser-denn ich kenne mich und weiß, dass ich mich selbst austricksen kann. Denn sowas wie Limo gibt es bei uns zu Hause fast nie, obwohl ich es sehr mag. Also kaufe ich mir für die fahrt einfach mein Lieblingsgestränk, freue mich schon tagelang vor der Reise darauf und kann so sicher sein, die Flasche bis zum Zielbahnhof geleert zu haben. Und siehe da- keine Kopfschmerzen! Ob da wohl ein Zusammenhang besteht? Hmmmm...
Achso und auch das mit dem Zugklo war kein Problem, denn am Würzburger Bahnhof (wo wir über eine Stunde Aufenthalt hatten) gab es eine super saubere Sanifair-Toilette. Hurra!!
Auch einen Kaffee habe ich mir auf der Fahrt gegönnt und musste sogar 10 cent weniger zahlen, weil ich meinen eigenen Becher dabei hatte. Sowas finde ich ja großartig! DEnn ich probiere seit längerem, auf coffee-to-go Becher zu verzichten und während sich vor einem Jahr noch einige Stände geweigert haben,. meinen Becher in ihre Automaten zu stellen haben wohl nun die Meisten begriffen, dass das gar nicht so dumm ist. Liegt vielleicht auch daran, dass mein Becher, den ich übrigens bei einem Gewinnspiel auf "Life of moms" gewonnen habe, so chick ist...

d) Beschäftigung fürs Kind
Hier ist es natürlich wichtig, sich nach EUREM Kind zu richten. Denn nur weil ihr irgendwo mal geselen habt, dass einem Kind ein Buch für eine 3 Stunden Fahrt völlig ausreicht, heißt das noch lange nicht, dass das bei Euch auch funktioniert. Also muss man sich überlegen, wie das Kind für gewöhnlich spielt. Braucht es Ruhe? Braucht es viele Sachen zur Auswahl? Wechselt es gerne zwischen zwei Spielsachen hin und her? Und dann packt das ein, was dem Speilverhalten Eures Kindes am Nächsten kommt.
Pieps liebt es momentan, Kopfhörer aufzuhaben und ganz für sich allein zu spielen. Deshalb hat sie vor kurzem zwei Tiptoi-Bücher bekommen, dazu einen Kopfhörer der nur bis zu einer bestimmten Lautstärke hochgedreht werden kann und eine Tasche, in der die Stift, Bücher und Batterien verstauen kann (die zeige ich Euch HIER). Zusätzlich gab es ein kleines Pixibuch zum Thema "Bahnhof", in welches man Sticker mit Koffern, Tauben und Schaffnern kleben kann. Das war super, denn so konnte sie all die neuen Eindrücke toll verarbeiten. Denn das ist bei meiner Pieps oft ein riesen Ding. Sie erlebt etwas neues und weiß gar nicht wohin mit dieser Erfahrung.
Auch noch dabei waren ihr Kuscheltier und Malsachen- aber die wurden fast gänzlich ignoriert, da meine Maus es viel lustiger fand, zu schauen, wer mit uns im Abteil sitzt, was das Baby gegenüber schon kann und zu entdecken, dass auf ihrem tiptoi-Stift zwei Lieder eingespeichert waren. Diese wurden eine Stunde lang rauf- und runter gespielt. Jetzt dürft ihr mal raten,wer sich da besonders über die Kopfhörer gefreut hat.
F1 hat eine tolle Malmatte mit passendem Stift, in den Wasser gefüllt wird und welche so immer wieder benutzt werden kann- so etwas ist auch toll für Reisen. Je nach Alter eignen sich natürlich Bücher, Hörbücher, Rätselhefte, Zeitschriften, Reisespiele und ähnliches. Meine Pieps liebt zum Beispiel auch meinen Taschenkalender, weil da Fotos von ihr drin sind-also wurde ach dieser eingepackt. Überlegt einfach (idealerweise gemeinsam mit Eurem Kind), wie ihr die zeit am Besten rumbringt.

e) Beschäftigung für mich
Wenn das Kind dann mit Kopfhörern neben einem sitzt, man aber tunlichst vermeiden sollte, einzuschlafen, ist es ratsam, etwas für sich selbst dabeizuhaben. In meinem Fall war es Strickzeug und Ebook-Reader, wovon ich nur das "Lesebuch", wie mein Papa so schön sagt, gebraucht habe. Das dafür aber wirklich, denn Pieps ist irgendwann eingeschlafen und ich hatte 1,5 Stunden Ruhe und wäre mit Sicherheit ohne Beschäftigung weggedöst.

Jetzt denken sich bestimmt einige: "Das hat die alles mitgeschleppt? Und dann noch Windeln, Kuscheljacken (wegen der oft gemeinen Klimaanlagen), Geld und das Ticket?"
Ja, hab ich- und sonst nix! Keine Klamotten für den Urlaub, Ersatzschuhe, Regenjacken oder sonstiges- denn das wartete alles bereits bei meinen Eltern. Ok, bis auf unsere Zahnbürsten, denn die brauchten wir noch am Morgen.
Ich kann jedem, der mit Kindern reist wirklich nur allerwärmstens empfehlen, das Gepäck vorzuschicken. Ich habe diesmal den Hermes Gepäckservice genutzt und alles hat reibungslos funktioniert. 17,99 € hat mich der Spaß gekostet, aber das war es wert, denn mit einem Kind an der Hand und einem Kind im Bauch, Umsteigezeiten die gerne mal plötzlich gekürzt werden und nicht-immer-funktionierenden Fahrstühlen hatte ich auch so genug zu tun. Deshalb konnte ich es mir leisten, Dinge vorsichtshalber mitzunehmen und musste nicht bei jeder Kleinigkeit dreimal überlegen, ob ich sie auch wirklich, WIRKLICH brauche. Pieps´Rucksack und ein kleiner Trolley-das wars. 

Zu einer Stressfreien Reise gehört natürlich noch mehr, als nur, die richtigen Dinge einzupacken.

Mir hilft es beispielsweise, vorher genau zu wissen, an welchen Bahnhöfen ich umsteigen muss, wie diese aussehen und ob die angegebene Zeit zum Umsteigen mir reicht.
So waren bei uns z.B. für Würzburg nur 8 Minuten angedacht. Hätte unsere Bahn Verspätung gehabt wären aus den 8 Minuten auch gerne nur 2, 3 oder 4 geworden und darauf, dass der Zug wartet, kann man sich nicht verlassen. Also habe ich bei der Buchung direkt eine Bahn später (am Würzburg) gewählt. Nun ist Würzburg nicht gerade mein Lieblingsbahnhof, weshalb ich mir im Vorfeld Gedanken machen musste, was ich mit Pieps in dieser Stunde anstelle. Was, wenn es regnet und wir uns nicht auf die Wiese vorm Bahnhof setzen können?Was, wenn dort immer noch gebaut wird und nicht mal das Lokal zur goldenen Möwe geöffnet hat (wie bei unserer letzten Fahrt)?
Nun, diesmal hatten wir ein unheimliches Glück, denn eine gute Freundin von mir kam zur gleichen zeit wie wir mit ihrer Familie in Würzburg an, so dass wir die Wartezeit gemeinsam verbringen konnten. Dennoch tat es meinem Bauch gut, zu wissen, dass ich auf alle Eventualitäten vorbereitet bin. 

Mein allerliebster Umsteige-Bahnhof ist übrigens Hannover. Falls ihr dort mal einen langen Aufenthalt habt- kein Grund für Traurigkeit. Die Innenstadt befindet sich direkt neben dem Bahnhof, im Gebäude selbst kann man alles Mögliche zu essen,zu trinken und zu lesen kaufen und selbst Schuhgeschäfte, ein Drogeriemarkt und Souvenierläden sind da. Zusätzlich ist der Bahnhof sauber (also, für einen Bahnhof...) und ich hatte noch nie das Pech, auf einen defekten Fahrstuhl oder eine nicht-funktionierende Rolltreppe zu stoßen.
Auch in Bremen ist ein längerer Aufenthalt kein Problem. Aber das nur meine persönlichen Vorlieben am Rande.

Ein Tipp, den ich Euch unbedingt noch geben möchte ist:

Reserviert Euch Plätze!!
Es gibt in den meisten Bahnen Mutter/kind bzw. Familienabteile. Da dürft ihr zwar Reisende ohne Kinder "rausschmeißen", wenn die Plätze aber nun mal alle mit Familien belegt sind, und der Zug auch sonst rappel voll ist, habt ihr Pech. Und eine Zugfahrt mit Kind im Gang, im Stehen, neben den Toiletten-das braucht wirklich kein Mensch!
Schon bei ihrer allerersten Fahrt hatte ich meiner Pieps einen eigenen Platz reserviert. Damals war sie 5 Monate alt und hat natürlich die meiste Zeit auf meinem Schoss verbracht- aber irgendwann wurde sie Müde und ich konnte sie in ihre Kuscheldecke wickeln und neben mir auf ihrem eigenen Platz in aller Ruhe schlafen lassen. 
Glaubt bitte NICHT der netten Werbung der Bahn, in welcher das Baby gemütlich neben Mami und Papi im Kinderwagen schläft. Selbst in Familienabteilen ist oft kein Platz für Kinderwägen und wenn- dann nur einer oder zwei für 6 bis 12 Sitzplätze. Also muss der Wagen auf den Gang um die Ecke und ihr dürft neben Eurem Kind stehen und ihm beim Schlafen zuschauen. 
Deshalb tut Euch einen Gefallen und reserviert für Euch UND Euer Kind einen Platz. Diesmal hatten wir tatsächlich das ganze Abteil für uns-aber darauf kann man sich eben nicht verlassen.

Ich schaue auch immer, eine Fahrt zu buchen, bei der wir möglichst selten umsteigen müssen. Zwar dauert die Reise manchmal länger, als das nervige Einpacken, hetzen und auspacken stresst mich viel mehr. Aber auch hier muss das natürlich jeder selbst entscheiden. Ich würde zum Beispiel lieber eine Stunde mehr Fahrt in kauf nehmen, als im Bahnhof in Stuttgart /mit Kind) von S-Bahn zum Fernverkehr zu wechseln, denn das ist für mich die reinste Tortur. 

Also nochmal meine Tipps für Euch, wenn ihr mit Eurem Kind/Euren Kindern eine Bahnreise macht:
* Reserviert Euch Sitzplätze
* Schickt Euer Gepäck vor
* Informiert Euch, wo ihr Umsteigen müsst und wie lange ihr dafür habt
* Packt alles ein, was Euch die fahrt erleichtern könnte
* Denkt auch an Euch
*Vergesst nicht, zu trinken

Ganz ehrlich, Pieps und ich haben unsere Reise total genossen, denn alle Stressfaktoren, hatten wir bereits im Vorfeld beseitigt. Na klar gabs auch mal eine blöde Situation (meine Zuckermaus hat gebockt, wir mussten aber in den Zug, in bin über das plötzlich am Boden sitzende Kind gestolpert und die Treppe hochgefallen. Also wurde kurz geschimpft, danach gekuschelt und die Fahrt ging weiter), aber ohne Planung wäre mit Sicherheit viel mehr schief gegangen. Also lasst Euch nicht stressen, sondern macht schon aus der fahrt ein kleines Stückchen Urlaub.

F2

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